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Auf der „SE 2009" aufgeschnappt

Allgemeiner Beitrag

„Garantierte Qualität - Anspruch industrieller Software-Entwicklung" war das Schwerpunktthema der diesjährigen Fachkonferenz „Software Engineering" (kurz SE 2009) in Kaiserslautern. Für deutsche Softwareingenieure aus Wissenschaft und Praxis regelmäßig die Gelegenheit, um Erfahrungen und Ideen auszutauschen. Tobias Brückmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Angewandte Telematik und e-Business, war dabei und hat einiges von der „SE 2009“ mitgenommen - zum Beispiel ein paar Tipps und Hinweise für Projektleiter und Softwarearchitekten, damit große, komplexe und verteilte Projekte gelingen!

Einen guten Einblick in die Arbeit an solchen Projekten haben die Praktiker in ihren Vorträgen auf der „SE 2009“ gegeben. Ich habe einige ihrer Statements ausgewählt und erläutere sie hier kurz. Zusammen ergeben sie meiner Meinung nach eine gute Übersicht zum sinnvollen Einsatz von Werkzeugen und Methoden - 7 Tipps zur erfolgreichen Arbeit an großen, komplexen und verteilten Projekten:
„Tools follow Process“
Wenn der Prozess und das Verständnis um den Prozess klar ist, dann finden sich schon geeignete Werkzeuge (z.B. zur Unterstützung der Anforderungen, der Testfälle etc.) und selbst, wenn nur PowerPoint oder Excel verwendet werden, ist das in Ordnung - solange sich alle Beteiligten an den definierten Prozess halten.

„Prozessdisziplin ist oberstes Gebot“
Alle am SW-Prozess Beteiligten müssen zur Einhaltung des Prozesses gezwungen werden; nur so lässt sich die Entwicklung komplexer Systeme mit Komponenten verschiedener Zulieferer in den Griff bekommen.

„Architectural conformance testing als Teil der Teststrategie”
SW-Architekten sollten aktiv in die Qualitätssicherung mit einbezogen werden und fertige Systeme auf Einhaltung der ursprünglich entworfenen Architektur hin analysieren.

„Risiko-Identifikation und -Bewertung als Teil der QS-Maßnahmen“
Technische Risiken werden in einer teamweiten „Risiko-Bewusstseins-Analyse“ identifiziert und zusammen mit dem Grad der durch sie verursachten Bauchschmerzen, der Wahrscheinlichkeit des Eintretens und der durch sie verursachten Kosten visualisiert. Mit der Besprechung des Analyse-Ergebnisses im Team kann das Bewusstsein für Risiken und deren Impacts hergestellt und über den Projektverlauf hinweg verfolgt werden.

„Je verteilter das Projekt aufgestellt ist, desto größer wird der analytische Testanteil.“
Je mehr Parteien an einer Software arbeiten und je größer das Projekt ist, desto mehr Platz nehmen analytische Tests ein. Analytische Tests sind dabei Maßnahmen, die bestimmte Eigenschaften messen oder ablesen. Anhand der Messwerte werden dann bestimmte Aussagen getroffen.

„Zeitige Quality-Gates in einzelnen Phasen“
Qualitätssicherung von Artefakten einer Entwicklungsphase sollten nicht an das Ende einer Phase verschoben werden, sondern bereits während der Phase stattfinden. Denn nur so ist der Review von Entwurfsentscheidungen möglich, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist.

„SW-Blutbild als Open Book“
Bestimmte Eigenschaften, die sich statisch analysieren lassen (z.B. Eincheckhäufigkeit in SW-Teilen im Repository, Anzahl der offenen Fehler etc.), werden allen Beteiligten an allen Standorten zu jeder Zeit zur Verfügung gestellt. So kann sich jede beteiligte Partei ein aktuelles Bild des Gesamtsystems machen und den eigenen Beitrag darin einordnen.

Die Statements habe ich bei den Vorträgen von Erich Sax (MB-technologie GmbH), Peter Zimmerer, Hendrik Bülte und Oliver Mäckel (alle Siemens AG) "aufgeschnappt". Insgesamt ist mir dabei aufgefallen, dass alle vorgestellten Methoden sich nicht direkt auf den Programmcode oder die Programmierung beziehen, sondern in erster Linie auf die Aktivitäten im Entwicklungsprozess.

Weitere Informationen: Zur Vertiefung empfehle ich die Webseite der Konferenz (http://www.se2009.de) sowie den Konferenzband (ISBN 978-3-88579-237-6).

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